Sommer-Intensive


Die rollingpoint Sommerintensiven finden jährlich seit 2007 statt und sind jeweils einem speziellen Schwerpunktthema gewidmet. In Berührung mit der Natur und über mehrere Tage hinweg in Gemeinschaft lebend ist ein tiefes Eintauchen in die Welt der Contact Improvisation möglich.

 

Sommerintensive 2017: 10.- 15.7.2017

„Surfing Buoyant Motion Bliss“
"Contact Improvisation, fasziale Intelligenz und Körperarbeit"

mit Christian Apschner und maRia Probst
in St.Corona und Kirchberg am Wechsel 

für Menschen mit CI- oder/und Körperarbeits-Vorerfahrung. Die Intensive ist auch als fundierte Fortbildung gedacht. Auf Wunsch wird den TeilnehmerInnen eine Fortbildungsbestätigung ausgehändigt.

An bestehendes Interesse anknüpfend, liegt der diesjährige Schwerpunkt der Sommerintensive auf hands-on Körperarbeit. Durch sie können wir auf einer tieferen somatischen Ebene lernen, uns mühelos und differenziert fortzubewegen, die Körperausrichtung zu optimieren sowie unsere Wahrnehmungs- und Kontaktfähigkeiten zu verfeinern. Das konkrete Wissen um anatomische und physiologische Zusammenhänge lässt sich mit dem Erspüren und Erfahren am eigenen Körper abgleichen und an die eigene Körperrealität anpassen. Darüber hinaus sind Körperarbeitskenntnisse ein angenehmes Werkzeug um sich gegenseitig etwas Gutes zu tun und aus Stresssituationen heraus in einen angenehm entspannten Zustand zu verhelfen.

Aufgrund der vielen neuen Erkenntnisse hinsichtlich des Fasziensystems als wesentlicher Teil von Bewegungslehre und effizienter Ansatzpunkt in der Körperarbeit, wird es den Kern der Sommerintensive bilden:
„Surfing Buoyant Motion Bliss“

Buoyant = lebhaft, beschwingt, elastisch, aufnahmefähig, schwimmend,…alles Qualitäten die unserem faszialen System inne wohnen. Auch scheinbare Gegensätze wie formgebend und flüssig, verbindend und trennend lassen sich mühelos in diesem lange vernachlässigten Gewebe vereinen. Wie es das macht und was das wiederum mit unserer Aufrichtung, mit unserer Bewegung, der Contact Improvisation und den Gestaltungsmöglichkeiten darin zu tun hat, dem wollen wir uns in dieser Sommerintensive widmen.

Inhalte:

  • Einführung in die Faszienanatomie
  • Spezifische Berührung, hands on Körperarbeit
  • Fasziale Intelligenz in der Contact Improvisation nutzen lernen
  • Anwendung in Bewegung und Training allgemein
  • Verbindung zu anderen Körpersystemen (Muskel, Organe, Knochen, ect.)
  • Faszienqualität und kreativer Prozess / Tanzen in der Natur 

An den einzelnen Tagen der fünftägigen Sommerintensive wird es jeweils drei Schwerpunkteinheiten geben:

Die Vormittagseinheiten (ca. 3h) fokussieren das fasziale System und seine Verbindungen zu anderen Körpersystemen wie Muskel, Organe, Haut und Nerven. Eine Einführung in die Faszienanatomie bildet die Grundlage für unsere Entdeckungsreise. Durch hands-on Körperarbeit erlernen wir, wie wir mittels Berührung ganz gezielt mit den verschiedenen Teilen und Funktionsschlingen des Fasziensystems Kontakt aufnehmen können. Faszienräume und -ketten und deren Ordnungen sind in weitere Folge der Ausgangspunkt für Improvisationen und spezifische Bewegungen.

Wie das Fasziensystem unsere Tänze trägt, stützt, fließen lässt oder wie sich darüber auch konkrete Bewegungsabläufe ansteuern lassen, soll Schwerpunkt der Nachmittagseinheiten (ca. 2,5h) sein. CI-Fertigkeiten, aber auch das Eintauchen in den kreativen Bewegungsfluss stehen dabei im Mittelpunkt. Das Tanzen in den wunderbaren Naturräumen der Umgebung wird Teil dieser Praxis sein.

Die dritte (optionale) Abendeinheit (ca. 2h) bietet Raum, konkrete Körperarbeits-Settings zu vertiefen, in dem maRia und Christian ihr langjährig fundiertes und angewandtes Wissen aus Aus- und Fortbildungen in spezifischen Körperarbeitstechniken einfließen lassen:

maRia: Integrative Faszien-Therapie (somatisch), Tuina u.a

Christian: Trager, Ortho-Bionomy, Zero-Balancing, Nuad u.a.

Der letzte Abend der Sommerintensive soll ganz dem Tanzen und Jammen gewidmet sein.

 

ORGANISATORISCHES:

Ankommen: Mo 10.7., 14.00 - 16.00h
Ende:          Sa 15.7., 14.00h

FRÜHBUCHER ANMELDESCHLUSS:  3.6.2017

In Kirchberg und St.Corona am Wechsel (eine Fahrstunde südlich von Wien) stehen uns zwei einladende Bewegungsräume und ein eigenes Haus zum Wohnen mit Garten und Waldumgebung zur Verfügung. Möglichkeiten für gemeinsame Freizeitgestaltung, Lagerfeuer, Musizieren etc..

 

KOSTEN:

Kursbeitrag inkl. Wohnen in 2 - 5 Bett Zimmern/Ferienwohnungen mit Dusche und WC, exkl. Transportkosten

Kosten bei Einzahlung bis 3.6.:  250 - 550 €
Kosten bei Einzahlung ab 4.6.:   280 - 580 €

Anmerkung zu den Kosten: Wir leben in einer Gesellschaft mit sehr ungleicher Einkommensverteilung und möchten allen Interessierten Menschen unabhängig vom Einkommen ermöglichen an unserer Intensive teilzunehmen und einen für beide Seiten fairen Preis zu bezahlen. Bestimme daher nach eigenem Ermessen einen fairen Preis im Bereich der o.a. Bandbreite. 

Vegetarisches Mittags- und Abendessen wird für uns gekocht. Frühstück bereiten wir gemeinsam zu. Kosten ca. 16 € pro Person und Tag.

Frühere/spätere Anreise: Es ist möglich, sowohl vor als auch nach der Sommer-Intensive ein paar Tage Urlaub in wunderschöner Umgebung anzuhängen. Übernachtungskosten ca. € 22,-/Tag. Bei Interesse bitte direkt bei u.a. Kontaktadresse (Christian) anfragen!

Bankverbindung: IBAN: AT54 3200 0000 1701 2717, BIC RLNWATWW, Verein rollingpoint

Stornobedingungen: bis 4.6.2017 frei, danach Einbehaltung einer Bearbeitungsgebühr von 100 €,  ab 29.06.2017 kein Storno mehr möglich. Es kann jedoch eine Ersatzperson nominiert werden.

 

ANMELDUNG und INFO:

ci.rollingpoint(ät)gmail.com   Tel.: 0650/8931081 (Christian)

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Rückblick: Sommer-Intensive Contact Improvisation No10 - 2016
"Unfolding Creativity":


Ist tanzen, sich berühren, auf Tuchfühlung mit der Natur sein, über Bewegung lernen, in die Welt der CI eintauchen, auch ein guter Nährboden für Kreativität im weiteren Sinne? Was möchte sich ausdrücken und in welchem Medium? Diese Sommer-Intensive soll dem kreieren, gestalten, loslassen, genießen und feiern gewidmet sein!

Schöpferisch zu sein ist neurobiologisch betrachtet die Fähigkeit des Nervensystems sich selbst im ständigen Austausch mit der Umwelt neu zu organisieren und Wissen neu zu formieren.  Nach dem Kreativitätsforscher Csikszentmihalyi tritt im kreativen Schaffensprozess oft ein besonderer Bewusstseinszustand – eine Art Trance – auf, der als Flow (Fließen) bezeichnet wird und oft mit einem vorübergehenden Verlust des Zeitbewusstseins einhergeht.

Contact Improvisation ist ein optimales Feld um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

In der Sommer-Intensive wollen wir vor allem zwei Richtungen verfolgen:

  • Kreativität in der Contact Improvisation selbst entdecken und damit forschen: In die aus der Physikalität der Tanzform kommende intuitive körpereigene Kreativität vertrauen lernen und uns diese bewusst machen, z.B. im Fallen und Landen (embodied creativity) sowie der bewusste Umgang im kreativen Gestalten der Tänze, Komposition - Improvisation.
  • Kreativität an den Schnittstellen und im Zusammenspiel zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen, wie Schreiben, Geräusche, Klänge und Musik, visuelles und formgebendes Gestalten vor allem im Umgang mit Naturmaterialien (land art vom Kleinen: z.b. Heidelbeeren ins Große: die ganze Landschaft).

......und ganz allgemein CI als Quelle für Kreativität im persönlichen und gemeinschaftlichen Leben.

Wir werden....

so wie es das Wetter erlaubt auch viel Zeit im Freien verbringen, unsere Sinne öffnen, uns auf die konkreten Bedingungen vor Ort einlassen, unsere Tänze davon beeinflussen lassen und im Gegenzug die Orte auch durch unsere Tänze und konkret durch unser Gestalten transformieren.

an den einzelnen Tagen kreative Schwerpunkte setzen z.B. einfache Werkzeuge des Schreibens einführen, Materialien sammeln und zur Verfügung stellen, Aspekten des Gestaltens im Tanz begegnen und diese auf andere Medien übertragen. Bernhard Weiss wird eine Einheit zu Klang und Musik anleiten,.....

Unserem kreativen Flow folgend erlernen Fertigkeiten der CI um sie wieder loszulassen und zu transformieren und lassen diesen Fluss am Samstag Abend in ein großes Fest des Schöpferischen münden. Dieses Fest soll auch für Freunde und Bekannte offen sein.

Ablauf der Intensive:

Angeleitete Einheiten: ca 6 h pro Tag

In Kirchberg und St.Corona am Wechsel (eine Stunde südlich von Wien) stehen uns zwei einladende Bewegungsräume und ein eigenes Haus zum Wohnen mit Garten und Waldumgebung zur Verfügung.

Das Erlernen tänzerischer Fertigkeiten, weitgehend selbstbestimmtes Forschen in Kleingruppen und das Improvisieren innerhalb verschiedener Spielformen der CI wechselt einander ab. 

Möglichkeiten für gemeinsame Freizeitgestaltung, Lagerfeuer, Musizieren etc.
So wie das Wetter es erlaubt, werden wir einen wesentlichen Anteil unserer Zeit im Freien verbringen. Gemeinsames Wandern und Tanzen auf den Bergen der Umgebung ist vorgesehen.

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RÜCKBLICK: Sommerintensive 2015: 26. - 31.7.2015

"Into the wild"

Contact Improvisation:
in depth - beyond habits -boundary expanding

mit Christian Apschner und maRia Probst (Tanz) und Bernhard Weiss (Musik)

für TänzerInnen mit CI Vorerfahrung

Sich vom Vertrauten ins Unbekannte und zurück zu bewegen ist das Grundmotiv der diesjährigen und 9.Sommer-Intensive 2015. Wir bestärken unser Körperwissen, besuchen bekannte Spielformen und Bewegungsabläufe, breiten uns im Körper und in der Landschaft aus und lernen dabei unsere Gewohnheiten besser kennen.

Bin ich die, die gerne hebt oder der, der lieber gehoben wird? Wie lange ist meine Wohl-fühl-tanz-zeit? Gehe ich an diesem oder jenem Punkt immer aus dem Kontakt, um scheinbar unangenehmes zu vermeiden? Was entfacht mein Feuer, Contact Improvisation zu tanzen? Was macht mich verletzlich und von wo schöpfe ich meine Kraft?

Diese und ähnliche Fragen dienen als Sprungbett in Richtung Neuland. Aber auch ungewöhnliche Formate wie „CI blind dates“, „extended bodywork into dancing sessions“, „Tanzen auf unwegigem Gelände“ und mehr wird unsere Gewohnheiten herausfordern. Dabei wird sich herausstellen, dass wir oft nicht weit zu gehen brauchen um in der Wildnis zu landen.

Abhängig von den Themen und Interessen der Gruppe, werden wir aus einem breiten Pool an Möglichkeiten schöpfen:

  • Wandern und tanzen auf steinigem, moosigem oder steilem Gelände
  • Tanzen in und mit einer „landart“ Installation (Landgut Gasteil)
  • Silent dancing day
  • Wildes Abtanzen zu Musik von DJ und Musiker Bernhard Weiss
  • Tanzen in der Dunkelheit
  • CI und Tanz-Technik: Themen wie flying low/high, landing skills, 3D flow movement, moving Yoga, liquid dance
  • Tensegrity und erfahrbare Anatomie
  • CI und Komposition
  • Desorientierung und Neuentdeckung
  • „The mind is a muscle“- Reden, denken, fragen, reflektieren
  • Sehen und gesehen werden
  • Feedback
  • „Die Unternehmungslustige, der Dieb, die Verführerin, der Macker,...“ Rollen in der CI die ich einnehme oder einnehmen möchte
  • Fest der Sinne

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Weitergehende Gedanken aus der Sommerintensive 2014:

Wenn wir Contact Improvisation als eine “Tanztechnik” auffassen, orientieren wir uns stets an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten und der Bewegungslogik der Natur und an Naturelementen, welche sich in der natürlichen Bewegungsintelligenz unseres Körpers wiederfinden. Wenn wir z.B. fließende Bewegungen im Tanz finden wollen, orientieren wir uns an der Bewegungsqualität von Wasser, suchen wir nach Elastizität können wir uns z.B. an einem Weidenast oder an einer Muskelsehne orientieren, möchen wir abheben und fliegen, kommt uns die Luftqualität entgegen etc.

In diesem Sinne bedeutet Technik in der CI, zu lernen, die jeweils günstigsten Bedingungen, wie eine gute Körperaus- und aufrichtung und eine jeweils angemessene Körperspannung, in jedem Moment des Tanzes zu finden. Aus diesem Studium heraus lassen sich unzählige konkrete Bewegungsabläufe wiederholbar machen. Gleichzeitig erhöht sich die bewusste Wahrnehmungsfähigkeit für das vielschichtige Geschehen in jedem Moment eines CI-Tanzes.

Das Vertrauen in die natürliche Bewegungsintelligenz und gut integrierte Bewegungsabläufe bieten uns die Möglichkeit, den improvisierten Tanz aktiv zu gestalten und gleichzeitig der Intuition freien Lauf zu lassen ohne dadurch den Bewegungsfluss zu blockieren. Wir können das Entfalten der physikalischen Kräfte in Bewegung aktiv mitgestalten. Diese Wechselwirkung aus bewusstem und unbewusstem Handeln lässt die CI zu einem kreativen Schaffen im Moment werden.

Lassen wir unsere Stimmungen, unsere inneren Bilder und unsere Wahrnehmung der sich ständig wandelnden Beziehungungen im Tanz Teil des Geschehens sein, finden wir zu einem ganzheitlichen Zugang, um Technik und Intuition zu einem erfüllenden Ganzen werden zu lassen.

Mit Hilfe dieser empathischen und assoziativen Fähigkeiten werden die Möglichkeiten grenzenlos, wen oder was wir zusätzlich in unsere Tänze einladen.