Contact Improvisation


Contact Improvisation (CI)/Kontaktimprovisation

ist eine improvisierte Tanzform, die sich zwischen zwei oder mehreren Partner_innen, meist im körperlichen Kontakt, entfaltet. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf das Spiel physikalischer Kräfte, die Beziehung zum Boden, die Partner_innen, den Raum und auf sich selbst.

In der CI bewegen sich die TanzpartnerInnen in mehr oder weniger ständigem Körperkontakt (rollender Kontaktpunkt). Es entfaltet sich ein dynamisches Spiel mit dem Gleichgewicht, in dem sie sich im Spannungsfeld zwischen Stabilität und Mobilität als ein gemeinsamer Körper fortbewegen. Die TanzpartnerInnen finden in Schwingen, Drehen, Rollen, Fliegen und Fallen ein gemeinsames Zentrum. Dem Fluss der Kräfte folgend, entstehen dreidimensionale spiralige Bewegungen. Sinneswahrnehmung und Reflexe werden geschult, Beweglichkeit erweitert. Die TänzerInnen erlernen unnötige Körperanspannung loszulassen und Muskelkraft effizient einzusetzen.

Zunächst wurde die Contact Improvisation von Steve PaxtonNancy Stark Smith, Daniel Lepkoff u.a. als eine Art des Erforschens von Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten erdacht und von professionellen TänzerInnen und ChoreographInnen angewandt. In weiterer Folge hat sie sich auch als soziale Tanz Form sehr rasch verbreitet. Mittlerweile besteht eine große vernetzte internationale Gemeinschaft von TänzerInnen, deren Fähigkeiten und tänzerische Vorerfahrung stark variieren, die sich im Rahmen von Jams im Tanz physisch begegnen, um  CI zu praktizieren und weiterzuentwickeln.

Inzwischen gibt es, seit dem ersten Contact- Experiment im Jahr 1972, einen großen Erfahrungsschatz um die körperlich-tänzerischen, sozialen, künstlerischen und gemeinschaftlichen Möglichkeiten und Einschränkungen der CI. Er wird im Rahmen von Kursen, Festivals, Symposien, im Rahmen von Contact Quarterly und anderen Medien weitergegeben und ausgetauscht. 

Die Contact Improvisation (neuerdings manchmal als Kontaktimprovisation bezeichnet) gehört in jüngerer Zeit zum festen Bestandteil vieler Tanzausbildungen und wird immer mehr in bewegungspädagogische und therapeutische Freizeit- und Arbeitsbereiche integriert.

An der Schnittstelle von Tanz, Kunst, Sport, Therapie und Spiel angesiedelt, eröffnet die CI daher einen weiten Erfahrungsraum. Das Erlernte lässt sich in verschiedenste Lebensbereiche nutzbringend integrieren und bereichernd einsetzen. Die Heimat der Contact Improvisation bleibt jedoch der zeitgenössische Tanz mit dem Fokus willentliches Bewegen in den Hintergrund treten zu lassen, grundlegende Überlebensreflexe effektiv nutzen zu lernen, unnötige Spannung zu lösen und Kraft im richtigen Ausmaß einzusetzen, um einen uneingeschränkten Bewegungsfluss zu erleben.